Okt 30 2007

Einen neuen Entwicklungsserver bitte – Part 2 – Montage

Tag: LinuxKonstantin Elstner @ 11:31

Nach dem ich nun die letzten Wochen leider nicht wirklich dazu gekommen bin den Blog hier weiter zu führen will ich nun meinen Pflichten nach kommen. Jedoch zuerst noch einmal Entschuldigung, ich war kurzzeitig in Dresden bei einer Firma in ein interessantes Webprojekt involviert, das leider extrem Zeit aufwendig war, jedoch hoffe ich, dass wir bald davon lesen werden 😉

Die Frage die sich nun also stellte, war die, wie man den Server denn montieren könnte und zwar so, dass eine perfekte Abwärme ermöglicht wird und zu gleich kein Gehäuse existiert, dass eine übermäßig laute Geräuschkulisse verursacht.

Nach einigen Gedanken hierzu kam ich nun auf einen Grundidee zurück, die mich schon eine ganze Weile verfolgt hatte. Ich wollte endlich einmal einen Rechner in eine Regal oder Schreibtisch einbauen.

Daher besorgte ich mir nun bei IKEA das klassische flache IVAR Regal, dass mittlerweile gar nicht mehr in der Höhe von 75cm erhältlich ist :/ und kaufte mir dazu einen kleinen Regalboden, der wie geschaffen war um ein normales ATX Mainboard auf ihm zu montieren und daneben noch Platz für ein 2,5 Zoll HDD hatte.

Das Netzteil sollte aus Platzgründen auf der Unterseite des Regalbrettes angebracht werden, da dies weniger störend für die Optik war. Auch war eben an der besagten Stelle der beste Platz für einen HDD-Käfig den ich mir aus einem alten 486er Computer besorgt hatte, dass waren noch die Zeiten wo man die Rechner richtig ausschlachten konnte 😀

Nach einigen weiteren Gedanken zu der Kabelführung, die man leider nicht unterschätzen sollte, da die Stromkabel doch kürzer sind als man zuerst denkt begann ich die einzelnen Löcher zu bohren. Um eine Gute Abwärme für den Mobilecpu zu erreichen verwendete ich die Standardabstandsmuttern, die man aus jeder Gehäusebeigabe kennt. ich war selbstverständlich sehr skeptisch ob es denn reichen würde aber CPU-Temperaturen von ca. 40° bei mäßiger Last sprechen ja für sich und er ist noch nicht in Flammen aufgegangen.

Nun begann ich also mit einem kleinen Kastanienbohrer, besseres Werkzeug hatte ich leider grade nicht zur Hand, nach der Anzeichnung der Löcher die einzelnen Vorbohrungen zu setzen. Was sich als recht schwierig heraus stellte, da die Abstandsmuttern nicht wirklich ein Holzgewinde hatten, jedoch mit 9 Schrauben in der Summe hielt die Konstruktion dann doch halbwegs.

Der nächste schon fast schwierigere Schritt war es dann das Seasonic Netzteil zu befestigen, meinen ersten Montageversuche scheiterten leider doch. Mit Hilfe von Kleinen Eisenschienen schaffte ich es dann aber das Netzteil mit Lüfterausgang unter dem Brett Richtung Mitte hin zu montieren. Jedoch musste ich dann noch zur Stabilisierung einen Eisenhaken in das Brett schrauben, den ich am Lüftergitter einhackte, da sonst die Konstruktion zu kippen drohte.

Den Festplattenkäfig montierte ich an der Vorderseite, knapp neben dem Netzteil der Kabellänge wegen. So hatten die Festplatten genug Raum, damit die Luft nach oben hin entweichen konnte. Denn die mittlerweile zwei 3,5 Zoll Festplatten (Maxtor Diamond Max 300GB (IDE) und Seagate 500GB (SATA)) erzeugen doch schon eine gewisse Abwärme unter Last.

Als nächstes setzte bzw. legte ich meine schon leicht ältere Seagate 2,55 Zoll Festplatte als System HDD neben das Mainboard und schloss sie an.

Nach dem nun auch die alte Grafikkarte installiert war und alle Kabel dort waren wo sie hingehörten PLUS der obligatorischen Fotosession. Kam der Moment des großen Atemanhaltens.

Würde der CPU anspringen?

Würde das Netzteil laufen?

Und?

Langsam führte ich den Schraubenzieher an den Pin des Powerswitchs heran … keine Reaktion … Okay lag wohl daran, das der Netzschalter noch nicht umgelegt war, jedoch dann …

Der Rechner sprang an und ein erster BIOS-Check war möglich. Keine Kurzschlüsse, keine Funken und kein Rauch.

Ich war glücklich und machte mich dann sogleich daran aus einem alten Gehäuse den passenden Power- und Reset-Switch heraus zu brechen, denn ein Neustart und ein Einschalten per Schraubenzieher war nicht das wirklich Wahre.

Nach 4 Nägeln, 2 Streifen Klebeband und einigen Fluchen wegen abgerutschten Isoliergummis waren dann auch die Kabel und der Schalter unter dem Mainboard verstaut und der Rechner für seine Installation bereit.

Doch dieser Part kommt erst in den nächsten Tagen.


Sep 02 2007

Einen neuen Entwicklungsserver bitte – Part 1 – Planung

Tag: LinuxKonstantin Elstner @ 11:44

Die Grundgedanken

Fast Jeder, der viel mit Computern und Netzwerken im eigenen Haushalt zu tun hat und das gewissen Know-how hat wird sich irgendwann neben der Wahl von Router, Nutzung von VOIP und der Modernisierung der Netzwerkstruktur, auch damit beschäftigen wie man einen Server zusammenstellt, bzw. was man verbauen will. Ich selber für meinen Part hatte lange Zeit einen kleinen ausgedienten Laptop, einen Lifebook B2175 von FSC, im Einsatz. Jedoch stieß dieser Rechner mit nur 500MhZ und 128MB RAM bald an seine Grenzen. Besonders leidig war das Thema der Performance im Netzwerk, denn trotz großer Festplatte von 100GB waren nur Transferraten von ca. 6MB/sec per Netzwerk möglich, da leider eben eine PCMCIA Netzwerkkarte die Last immer auf den CPU auslagert, und dies nicht wirklich die gewünschte Performance brachte und das in einem Gigabitnetzwerk. Klar war das System ansonsten recht Okay, mit einem aktuellen 2.6.20er Linuxkernel und der Stromverbrauch von grade einmal 16Watt genial, doch die Skalierbarkeit hielt sich im Rahmen.

Also entstand aus der Not heraus der Wunsch nach einem Server der möglichst leise läuft, ich schlafe nur 3m von ihm entfernt, möglichst mit einem geringen Stromverbrauch, denn das läppert sich ja bekanntlich bis zu einer ordentlichen Rechnung über das Jahr hinweg, und letztendlich einer guten Leistung.

Nun war als weiter Rahmen auch noch die Präferenz gesetzt, dass das Gerät doch bitte in kleinen preislichen Dimensionen liegen solle, da alles über 150€ im Moment keine wertliche Rechtfertigung hatte. Okay für die Preise kriegt man zwar nur Secondhand, aber wer weiß. Die Leistungsdimensionen standen auch schnell fest, es sollten mindestens 512MB RAM vorhanden sein und ein CPU der schon mehr als 1,5 GhZ unter der Haube hat, am liebsten ein AMD, die Festplatten blieben erst einmal außen vor.

Die Recherche

Nach diesen Präferenzen hieß es nun abzuwägen und zu suchen. Der erste Gedanke einfach wieder einen Laptop einzusetzen, Secondhand versteht sich per Ebay.de, verfiel schnell wieder, da zum einen die Festplatten im Mobilen Sektor trotz vertikaler Speichertechnik noch immer beschränkt sind, zum anderen ist die Erweiterung per externe HDD auch kein Optimum und bringt nicht wirklich die die Performance, und als wohl letztes Totschlagsargument galten dann die stellen weise gerad zu utopischen Preise die für 2. Geräte bei ebay.de gezahlt und verlangt werden.

Jedoch ließ ich mich von diesen Punkten nicht abschrecken und grübelte weiter. Was wäre denn wenn man ein normales Mainboard nehmen würde und auf dieses eine Stromsparenden Laptopcpu aufsetzen würde? Geht das und könnte man da sparen? Nach einigen Tage füllenden Recherchen fand ich dann die Site http://www.pc-erfahrung.de auf der es eine Vergleichstabelle verschiedener CPUs gab und grade eben die wirklich interessanten Details wie die maximale Leistungsaufnahme! Gesondert viel hier der mobil Sempron 3100+ mit einem Sonora Kern auf (Werte bei mäßiger Last: 43° C, Verbrauch von ca. 18 Watt, bei einem Cache von 256KB, 1,8GHZ, 400MhZ Frontsidebus, Socket 754) also sehr attraktiv der CPU.

Die weiteren Komponenten Waren auch schnell aus Preis- und Leistungsgründen ausgewählt. Ein Asus K8N-E deluxe mit folgenden Daten:

Erweiterungssteckplätze:

  • 1 ( 1 ) x AGP 8x ( 1.5 V )
  • 3 ( 3 ) x Speicher – DIMM 184-PIN
  • 1 ( 1 ) x Prozessor – Socket 754
  • 5 ( 5 ) x PCI

Speicherschnittstellen:

  • Serial ATA-150 – Anschluss/Anschlüsse: 6 x 7-Pin Serial ATA
  • ATA-133 – Anschluss/Anschlüsse: 2 x 40pin IDC

Schnittstellen:

  • 1 x Massenspeicher – Diskettenschnittstelle – IDC 34-polig
  • 1 x Netzwerk – Ethernet 10Base-T/100Base-TX/1000Base-T – RJ-45
  • 1 x parallel – IEEE 1284 (EPP/ECP) – D-Sub (DB-25), 25-polig
  • 1 x seriell – RS-232 – D-Sub (DB-9), 9-polig
  • 1 x Tastatur – generisch – Mini-DIN (PS/2-Typ), 6-polig
  • 1 x Maus – generisch – Mini-DIN (PS/2-Typ), 6-polig
  • 2 x IEEE 1394 (FireWire)
  • 6 x Hi-Speed USB – USB Typ A, 4-polig
  • 1 x Gameport / MIDI – generisch – D-Sub (DB-15), 15-polig
  • 1 x Audio – SPDIF-Ausgang
  • 1 x Audio – SPDIF-Ausgang – RCA
  • 2 x Audio – line-In – 4 PIN MPC
  • Audio – Eingang / Ausgang

Des Weiteren ein Arctic Cooling Alpine 64 wegen seiner guten passiven Abwärme und der geringen Lautstärke. Einmal ein 512MB Corsair CL2.5 PC400 ValueSelect VS512MB400 für die Speicherleistung, der bei Bedarf noch aufgestockt wird. Sowie ein einfaches Seasonic 300GS als Netzteil.

Ich hoffte so die beste Auswahl für eine geringe Leistungsaufnahme, wenig Lärm und viel Leistung gewählt zu haben.

Jedoch ist die Wahl das eine, nun hieß es die Dinge wirklich und preisgünstig in den Händen zu halten. Als erstes hieß es daher den CPU zu ergattern, nach längerer Suche entdeckte ich dann den gesuchten CPU aus zweiter Hand bei Ebay.de. Der Kauf war schnell besiegelt und ich hielt, zwar nur in einen Umschlag verpackt, ihn schnell in den Händen, aber er läuft, für nur rund 19 Euro mit Versand, wobei der NP bei kanpp 200€ gelegen hätte 😉

Leider war das Mainboard nicht ganz so preisgünstig musste ich doch leider knapp 37€ berappen, jedoch wollte ich langsam fertig werden, das Netzteil erstand ich für knapp 15€ als Neugerät bei einem Ebay.de Händler. Kühler und RAM, wie schon verlinkt, kamen jedoch neu von K&M für knapp 50€ im Paket.

Die Grafikkarte, die hier noch in der Aufzählung fehlt, fand ich in einem meiner Kartons, eine einfache alte ATI Karte mit 2MB Speicher, da die Leistung egal war und die Leistungsaufnahme gering, schmerzte mich das doch nicht, denn ein Shell ist selten in 3d 😉

Also in der Summe Ausgaben von 121€ die so auch geplant waren 😉

Doch nun genug für heute, in den nächsten Tagen erzähle ich dann, wie das System auf einem Holzbrett montiert wurde und die Stromaufnahme auf 50-55 Watt gebracht wurde, was meinem Wunsch schon sehr nahe war.