Nov 14

Adobe stoppt die Weiterentwicklung des Flash Players Mobile

Tag: Actionscript,Adobe,FlexKonstantin Elstner @ 13:13

“Die Nachrichten über meinen Tod sind stark übertrieben.”
Mark Twain

1 ) Einleitung

Auf Grund der Nachrichten die in den letzten Tagen durch verschiedenste Medien geisterten, inklusive teilweise schlecht recherchierter Details, sehe ich es als notwendig an, dass Geschehene zusammen zu fassen und etwas Licht in die Sache zu bringen.

Vom Standpunkt der Entwickler und Agenturen aus, gibt es aktuell eine tiefe Unsicherheit darüber was passiert ist und was die verbreiteten Informationen für die Erstellung von Flash basierenden Produkten bedeutet.

An dieser Stelle möchte ich klar darauf hinweisen, dass die hier zusammengefassten Informationen, auf aktuellen Information von Adobe und seinen Community Managern basieren und von mir mit besten Gewissen zusammengefasst werden. Alle Fakten, Informationen und ähnliches lassen sich leider nicht als 100% Sicherheit für die Zukunft darlegen, andernfalls wenn ich die Zukunft 100% voraussagen könnte, dann wäre ich nicht Webentwickler geworden, sondern eher Aktienbroker oder Hellseher.

 

2 ) Was ist die Flash Platform?

Da Adobe stellenweise sehr unkontrolliert mit dem Wort Flash um sich wirft eine kurze Darstellung was unter der sogenannten Flash Platform zu verstehen ist.

Die Flash Plattform steht für alle Produkte, die auf der Adobe Flash Technik basieren. Die Flash Technik darf hierbei nicht 1:1 mit dem Flash Player gleich gesetzt werden, da der Flash Player nur ein Bestandteil der Flash Platform ist.

Unter der Adobe Flash Plattform werden zusammen gefasst:

  • Adobe Flash Player Desktop (Windows, Mac, Linux, Chrome OS)
  • Adobe Flash Player mobile ( bis Version 11.1 nur Android )
  • Verschiedenste “lite” Flash Player für Handys
  • Die Adobe Integrated Runtime (AIR), Basis für die Erstellung von Apps für Desktop (Mac, Windows, Windows 8 (geplant), Linux (bis Version 2.6)), mobile Geräte (iOS, Android, QNX (RIM), Windows 8 (geplant)), Set-Top-Boxen und Fernseher (Stichwort Smart TV)
  • Adobe Flex (Framework für die Erstellung von Businessanwendungen)

Des Weitern gibt es über einen einfachen Texteditor hinaus verschiedenste Editoren:

  • Adobe Flash Professional
  • Adobe Flash Builder
  • Powerflasher FDT
  • FlashDevelop
  • Open Laszlo
  • JetBrains IntelliJ IDEA

 

3 ) Zusammenfassung der letzten Tage

Adobe hat im Zeitraum 8.11.11 bis 11.11.11 ein massives Missmanagement im PR Bereich betrieben, es wurden unzureichende Informationen gestreut und keine klaren Erklärungen abgegeben. Der Auslöser war eine Vorabmeldung von ZDNET.com am 8.11, in der berichtet wurde, dass Adobe rund 750 Mitarbeiter weltweit entlässt. Ebenso wurde von ZDNET.com berichtet, dass Adobe den Flash Player mobile nicht mehr weiter entwickeln wird.

Die Meldung schlug mehr oder weniger ein wie eine “Bombe”, es ließ sich im Vorfeld nicht erkennen, dass Adobe einen solchen Schritt im Rahmen seiner umfangreichen Restrukturierung plant. Die gesamte Community wurde direkt und überraschend getroffen. Selbst in den Pre-Release Foren von Adobe, wo registrierte Entwickler Zugriff ab Vorab-Versionen des Flash Players und von AIR erhalten, gab es bis zu diesem Tag keinen Hinweis auf das Kommende. Es wurden teilweise noch Informationen für den nächsten Release des mobilen Players sowie weitere Entwicklungsschritte diskutiert.

Selbst die Adobe Community Manager, die für die Betreuung der Entwickler sowie der Weitergabe von Informationen an die Öffentlichkeit zuständig sind, wurden vorab nicht über diese Entscheidung informiert. Erst 4 Tage später gab es hier erste konkrete Statements und Informationen.

Da Adobe auf eine Äußerst miserable Art und Weise den Stop des mobilen Players bekannt gegeben hatte und im zweiten Atemzug verkündete, dass man sich nun voll auf HTML5 konzentrieren wollte und nur nebenbei anmerkte, dass ein wichtiger Focus auch die Erstellung von Apps via AIR sei, feierten viele Online Magazine Steve Jobs für seine “Vision”, des Flash freien mobilen Internets. Des Weiteren wurde die Abkehr vom mobilen Flash Player als des Ende des generellen Flash Players, bzw. dessen Beerdigung hingestellt.

Diese Meldungen wurden soweit aufgebauscht, bis die Meldung die Runde machte, Adobe hätte alle Flash Professional Entwickler vor die Tür gesetzt, was sich aber als Falschmeldung heraus stellte.

Man kann hier nur mit dem Kopf schütteln, der Ärger in der Community war immens.

 

4) Warum die Entscheidung richtig ist

Der mobile Flash Player wurde mehr als 10 Mio. mal herunter geladen, jedoch hat er sich nie so nahtlos in die Websites integrieren lassen wie es notwendig wäre. Es gibt etliche verschiedenste Geräteplattformen auf die alle Player hin optimiert werden müssen, dies kostet immens viel Zeit und Geld. Etliche mobile Geräte sollen einen schnellen Zugang zu Informationen wie Fahrpläne, Adressen, Preise, Nachrichten usw. zur Verfügung stellen, nicht unbedingt mit deluxe Medieninhalten um sich werfen, denn dies erwartet der User nicht mit seinem Gerät.

Neben diesen Punkten ist der mobile Flash Player eine Art App im Browser, dies führt dazu, dass Zoom- und Wischgesten, sowie weitere Multitouchgesten nicht sauber implementiert werden konnten, bzw. die Frage für den Browser beispielsweise war, will der Nutzer nun die Seite scrollen oder den Text im Flash.

Die mobilen Geräte sind zusätzlich in ihrer Leistungsfähigkeit sehr begrenzt, daher ist auch die Wiedergabe von zum Beispiel Videos in einer App in einem Browser eine sehr komplexe und leistungsintensive Angelegenheit. Nebenher liefern Seiten wie Spiegel Online keine für die Geräte optimierten Videos in der perfekten Größe aus, statt dessen an alle nur das Video, welches im Fullscreen am besten aussieht. Daher wurde exponentiell durch die Videogröße mehr Leistung verbraucht, als wirklich notwendig wäre.

Nur die wenigsten der aktuellen Seiten sind für die mobile Nutzung konzipiert und optimiert. Da verschiedenste Agenturen Flash als “Spezial-Effekt-Lösung” ansehen, sind die meisten professionellen Seiten sehr sehr CPU intensiv. Dies mag auf einem aktuellen Desktop-Rechner möglich sein, führt jedoch bei mobilen Geräten, die die Hälfte bis ein Drittel der CPU-Leistung haben, im Vergleich zu einem Desktop-Rechner, zu einer zähflüssigen, Absturz gefährdeten Ansicht der Seite.

Grundsätzlich wäre hier zwar die Frage zu stellen, inwiefern Adobe, oder die Entwickler der Seite die Schuld trifft. Aber gerade solche Abstürze haben zu einer sehr sehr schlechten Wahrnehmung des Players bei den Usern geführt. Anbei bemerkt, auch eine native iOS Anwendung kann abstürzen, ebenso wie eine Android Anwendung, denn wenn der Speicher voll ist, dann ist er voll, und das geht mit jeder beliebigen Sprache.

Mit dem aktuellen Flash Player Version 11 wurde die Möglichkeit der Hardware-gestützen 3D Wiedergabe von Spielen, 3D Anwendungen usw. integriert, ebenso wird mit den nächsten Versionen Multithreading (1 Prozess kann auf mehrere CPU´s verteilt werden) eingeführt. Zur Entlastung des CPU’s wurde die Möglichkeit des Renderns von Video via der Hardware aktiviert, bei Desktop-Anwendungen sind 4 solcher Videos parallel möglich, auf den mobilen Geräten maximal 1 Video.

Wenn man einen 3D Egoshooter baut, so wird dieser kaum auf einem mobilen Gerät via des selben Codes nutzbar sein, bzw. wird sich der User schwer tun, statt mit der Maus, das Fadenkreuz via seines Fingers durch Antippen und auf dem Display wischen zu steuern. Daraus lässt sich ableiten, dass eine direkte Entwicklung des Flash Players Desktop parallel zu der mobilen Variante kaum realistisch umsetzbar ist. Eine Erkenntnis für die Adobe vielleicht etwas lange gebraucht hat.

Hätte es also je Sinn gemacht, einen schon durch seine Plattform und Art der Einbettung stark eingeschränkten Player weiter zu entwickeln, wenn der User von diesem das gleiche Verhalten wie von einem Desktop Flash Player erwartet?

 

5 ) Das mögliche Weiterleben des mobilen Players

Nicht nur die Entwickler-Community fühlt sich im Moment zu Recht im Regen stehen gelassen, ebenso fühlt sich RIM (Research In Motion) mit seinem Tablett “Playbook” vor die Wand gestellt. Etliche der Playbook-Anwendungen basieren von Haus aus auf Produkten der Flash Platform. RIM sieht den Flash Player mobil von daher als essentiell für seine Plattform an und will nun laut einem aktuellen Statement, die von Adobe angebotene Möglichkeit der Lizenzierung des Flash Player Mobile Quellcodes nutzen, um den Player für die eigene Plattform aktuell zu halten und weiter zu entwickeln.

Mal eine rein spekulative These:

Vielleicht erleben wir noch ein Wunder und Google entschließt sich für seine Android Plattform auch den Flash Player Mobile Quellcode zu lizenzieren und weiter zu entwickeln. Ich glaube zwar nicht daran, aber etliche Android Tabletts werben ja mit dem Argument, dass sie Flash Inhalte wiedergeben können.

 

6 ) Wie lange Flash Mobile noch wo existieren wird

Im Moment wird der Flash Player Mobile auf den Versionen Android 2.3 bis 4.x unterstützt, da selbst das gerade erscheinende Android 4.0 zu den Unterstützen Plattformen gehört, schätze ich die “Lebensdauer” auf noch gut 1,5 Jahre, bzw. so lange wie die Geräte noch kein Android 5.0 installiert haben. Ob für alle Geräte wichtige Funktionen wie das hardwareunterstützte Video-Encoding verfügbar sein wird, kann ich nicht sagen.

 

7 ) Flash Player für Fernsehgeräte

Eher als Randnotiz ist nun bekannt geworden, dass der Flash Player Support auf Fernsehgräten ebenso eingestellt wird, da bisher nur recht wenige Geräte diesen überhaupt aktiviert hatten, dürfte dies kaum relevant sein. Unoptimierte Flash Inhalte ließen sich hier fast gar nicht verwenden, da hier die Steuerung des Zeigers via der Fernbedienung erfolgt, was zu einer sehr schlechten User-Erfahrung führt. Parallel wird aber AIR für die Fernsehgeräte entwickelt, dies wird in der Zukunft spannende neue schnell zu entwickelnde Anwendungen zu Tage fördern.

 

8 ) Widerstand der OS Anbieter

Nach Apples Nicht-Integration von PlugIns in ihren iOS Browser, hatte auch Microsoft bei der Vorstellung der ersten Windows 8 Preview angekündigt, dass im Internet Explorer, der in die Metro Oberfläche eingebaut ist, keine PlugIns unterstützt werden. Die Metro Oberfläche stellt eine vereinfachte touchoptimierte Benutzeroberfläche von Windows 8 dar, die vornehmlich auf den Tabletts zum Einsatz kommen wird. Der Internet Explorer in der klassischen Ansicht wird aber weiterhin alle PlugIns unterstützen. Ob die klassische Oberfläche auf den Tabletts zur Verfügung stehen wird, ist noch nicht bekannt.

Keine PlugIns heißt also kein Flash Player.

 

9 ) Buzzword HTML5

Im Rahmen der aktuellen Hysterie rund um die Einstellungen des mobilen Flash Players wird im Moment wieder geradezu inflationär mit dem Wort HTML5 um sich geworfen. An dieser Stelle könnte man lang und ausführlich erläutern was HTML5 ist, jedoch halte ich es kurz. HTML5 ist die Version 5 des HTML Standards, mit der einige neue Features eingeführt wurden wie das Canvas Objekt, in dem Inhalte “gezeichnet” werden können, das Video Objekt, dass Videos ohne weitere PlugIns wieder geben kann, sowie etliche weitere kleinere neue Features.

Das HTML5 mit Animationen, 3D Transformationen etc., wie es im Moment gepusht wird, kann nur in Zusammenarbeit mit JavaScript in der gewünschten Form genutzt werden. Da derzeit noch nicht alle Browser diese “neuen” HTML5 Features verwenden können, werden die meisten als “HTML5″ titulierten Anwendungen / Websites mit HTML4, Javascript und manch neuen HTML5 Features entwickelt.

Korrekt wäre daher eher der Begriff HJC, stehend für HTML+JavaScript+CSS. Ergo sind die meisten jetzigen Anwendungen HJC und es wird nicht schlagartig noch etwas Neues viel besseres kommen. Nur kleine Details werden erweitert, aber das was jetzt genutzt und gebaut wird, ist das was HJC ist, bzw. auch HTML5 genannt wird.

Fakt ist, dass HJC heute einen Entwicklungsstand und Möglichkeiten bietet, die Flash vor 8 Jahren schon geboten hat. Daher muss bei der Umsetzung, Planung und Strategie von HJC Sites rückwärts gedacht werden, es darf konzeptionell und reell nur das erwartet werden, was mit Flash schon im Player 8 und weniger ging. Mehr zu erwarten oder zu verkaufen wäre fatal.

 

10 ) Die Zukunft von Flash im Browser

Der primäre Focus bei der Entwicklung von Flash in Hinblick auf die Zukunft liegt auf den Schwerpunkten Rich Media Experiences – Dinge mit Flash zu bauen, die mit HJC nicht möglich sind oder etwas so zu bauen, dass es in allen Desktop Browsern gleich aussieht. Parallel wird die Flash Platform als Gamingplatform ausgebaut, daher werden wir mehr und mehr 3D Spiele basierend auf Flash sehen. Ebenso wird in nicht all zu ferner Zukunft der Flash Player auch via Gamepad bedienbar sein. Auch bei der “high class Videowiedergabe” wird Flash präsent bleiben. In Sachen einfache animierte Website wird HJC Flash mehr und mehr verdrängen, ebenso werden in Zukunft die allseits beliebten Flash Werbebanner auf HJC wechseln.

 

11 ) Apps – das bessere Internet

Da sich das Web gerade bei den mobilen Geräten wieder mehr zu einer klassischen Informationsplattform hin entwickelt, stellt sich die Frage wie man dem User die höhere User Experience zur Verfügung stellen kann. Die Hemmschwelle auf einem mobilen Gerät eine Anwendung zu installieren, ist recht gering, auch die Installation selber, als Prozess, gestaltet sich auf mobilen Geräten recht einfach im Gegensatz zu bisherigen Installationen auf Desktop-Systemen.

Es wird nun vermehrt die These vertreten, dass dem User via der App der eigentlich reichhaltige mediale Inhalt entgegen gebracht werden sollte / kann. Im Grunde ist die App als erweitertes Internet zu verstehen, wo dem User aber erst zumindest aus Kommunikationssicht vermittelt werden muss, dass ihm die App einen Mehrwert bietet.

Parallel hat die App den Vorteil, dass ein stärkerer User-Kontakt geknüpft wird, da er so “ein bleibendes App Icon” auf dem Desktop hat. Des Weiteren ist die Möglichkeit für den Entwickler und den Content-Provider gezielt auf das mobile Gerät hin zu optimieren immens groß. Der Inhalt der vormals im Netz via Flash Player für alle Plattformen halb gebacken war, da meist nur für den Desktop-PC optimiert, kann mit einer App nun gezielt für die jeweilige Plattform aufbereitet und optimiert werden und führt so hoffentlich zu einem besseren Eindruck bei dem User.

Aus dieser Sicht betrachtet, ist es sehr zu begrüßen, dass Adobe sich strategisch dafür entschieden hat die Entwickler innerhalb des Webbereichs vom Flash Player Mobile ab zu ziehen und unter anderem mehr in Ressourcen für die Weiterentwicklung der Adobe Integrated Runtime (AIR) zur Verfügung zu stellen.

Mit Hilfe von AIR ist es möglich Anwendungen für verschiedene Plattformen wie Windows, Mac, iOS, Android, QNX und SmartTVs zu schreiben. Je nach Plattform kann ein und der selbe Code ohne Probleme für die unterschiedlichen Plattformen verwendet werden, es sind nur noch Detailoptimierungen notwendig. So haben wir mit Hilfe dieser Basis schon verschiedene Flash Magazine gebaut, die als Flash Variante im Web bereit stehen, aber in identischer Form auch für Android Tabletts und die iPads bereit gestellt werden konnten.

Adobe selber vertraut auf diese Plattform, so dass die verschiedenen Touch Apps wie Photoshop Touch, Collage, Debut, Ideas, Kuler und Porto, die Adobe nach und nach in die Creative Suite CS6 integriert, auf AIR basieren.

 

12 ) Empfehlungen für Entwickler

Im Rahmen des Hypes um HTML5 liegt es nahe jedem Flash-Entwickler zu empfehlen sich ausführlich mit den möglichen Szenarien auseinander zusetzen. Generell sollte keine ablehnende Stellung gegenüber HJC eingenommen werden. Man sollte sich aber zugleich vor Augen führen, dass HJC in der Entwicklung dem Stand von AS2 (ActionScript 2.0) entspricht.

Adobe plant laut der Roadmap im 2. Quartal nächsten Jahres den Flash Player 12 zu veröffentlichen. Es soll in Zukunft alle 2-3 Monate eine Version x.x erscheinen, daher erscheint im nächsten Schritt 11.2 und AIR 3.2.

Circa im Mai nächsten Jahres soll die Creative Suite 6 erscheinen. In dieser ist eine komplett aktualisierte Flash IDE enthalten, deren wichtigste Neuerung ist, dass nun mit jedem beliebigen Flash Player im Browser debuggt werden kann. Somit verliert der Interne Flash Player der IDE an Bedeutung, bzw. wird man durch diesen nicht mehr in der Entwicklung eingeschränkt. Ebenso wird mit der CS6 Edge als offizielles Produkt eingeführt. Die Flash IDE erhält einen direkten HTML5 Export, der nahtlos mit Edge in Kombination laufen wird. Man sollte aber von diesem Crosscompiling nicht eine 100%-ige Lösung erwarten. Flash erhält weiterhin verschiedene Erweiterungen, die es ermöglichen werden, Spritesheets für die schnelle Animationserstellung in HTML5 aus Timeline-Animationen zu generieren.

Ab Flash Player 12 wird eine Flashseitige Implementation der von Javascript bekannten Webworker Schnittstelle verfügbar sein. Spätestens mit dem 12er Release, gehe ich von einer kompletten Integration von Stage3D auf den mobilen Plattformen in AIR aus.

Kleiner Hinweis zum Thema Flex: wie nun bekannt wurde, wird Flex wie PhoneGap als Opensource erklärt. Adobe will nach ersten Plänen Flex ab Version 4.6 unter die Apache Lizenz stellen, sowie das komplette interne Entwicklungsteam von Flex abziehen, Flex soll von da an von der Community weiterentwickelt werden. Adobe will sich ab diesem Punkt nur noch auf den Support der Community fokussieren.

Wer sich für die Anwendungsentwicklung via AIR für die mobilen Plattformen interessiert, sollte zuerst prüfen, ob er über eine gut ausgeprägte Kenntnis von AS3 verfügt, ein “Ich kann AS2 sehr gut, aber hab mich bisher nur mäßig mit AS3 angefreundet” wird hier nicht ausreichen. Man sollte Speicherorientiert arbeiten, sich intensiv mit dem GarbageCollector beschäftigen, sowie über die Möglichkeiten schnell ungenutzten Speicher frei zu geben. Kenntnisse in der Androide Entwicklung und / oder Objektive c sind von Vorteil, gerade im Hinblick auf die Erweiterungen von AIR via den Native Extensions. Für die Entwicklung von AIR für iOS ist es generell notwendig über einen Mac zu verfügen, da nur via XCode ein korrektes Debugging möglich ist, bzw. nur so wichtige Konsolen-Ausgaben zur Verfügung stehen, die ein frühzeitiges Erkennen von Speicherproblemen ermöglichen.

Generell gilt, dass die Geräte-Simulatoren, zwar für einen Basistest von Code ausreichend sind, jedoch die Entwicklung definitiv mit einem echten Testgerät erfolgen muss.

 

13 ) Schlusswort

Hingegen dem aktuell verbreiteten Medienhype rund um den mobilen Flash Player ist noch lange nicht von einem Tod des Flash Players auszugehen. Der Schritt die mobile Variante nicht mehr weiter zu entwickeln ist korrekt, er steht aber trotz allem weiterhin für die aktuellen Plattformen wie gehabt zur Verfügung. In Zukunft gilt es aber genauer zu prüfen, was mit welcher Technik gebaut wird. Dies erfordert eine klar Kommunikation dem Kunden gegenüber und setzt eine umfangreiche Bedarfsanalyse sowie eine direkte Auseinandersetzung mit dem Inhalt der produziert werden soll, voraus.

Es werden sich in den nächsten Monaten keine gravierenden Änderungen zeigen, aber es muss klar und offensiv kommuniziert werden. Es ist an dieser Stelle aus meiner Sicht sehr schade zu hören, dass im Moment einige Projekte gestoppt werden, da sich die Entscheidungsträger in den Unternehmen stark verunsichert fühlen.

Ein blindes Vertrauen in das angebliche Allheilmittel HTML5 ist aber nicht förderlich, ich verweise an dieser Stelle auf die starken Probleme bei der Produktion von HTML Magazinen für das iPad, hier ist mit geringen Speicher und stellenweise dadurch bedingte Probleme bei der Performance zu kämpfen, was sich meist mit nativen Anwendungen spielend leicht beheben lässt.

 

Quellen zum Weiterlesen:

Mike Chambers (Flash Platform):
http://www.mikechambers.com/blog/2011/11/11/clarifications-on-flash-player-for-mobile-browsers-the-flash-platform-and-the-future-of-flash/

Cantrell (generell):
http://blogs.adobe.com/cantrell/archives/2011/11/my-thoughts-on-flash-and-html-as-expressed-in-an-email-to-tech-news-today.html

Deepa Subramaniam (Flex)
http://blogs.adobe.com/flex/2011/11/your-questions-about-flex.html

Gunnar Klauberg ( Überblick der Änderungen – Offizielle Adobe Solutions Blog Deutschland)
http://blog.adobe-solutions.de/adobe-flash/gamification-erobert-unternehmen-und-flash-ist-noch-lange-nicht-tot/

LG Smart TV goes on the charm offensive, appeals to Adobe developers
http://www.engadget.com/2011/10/04/lg-smart-tv-goes-on-the-charm-offensive-appeals-to-adobe-de/